Ströme lebendigen Wassers
von Uli Hoyer

Jesus: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat,
aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

(Joh. 7,38)



Woran liegt es eigentlich, dass wir offensichtlich nur wenig Christen kennen, auf die diese Aussage Jesu wirklich zutrifft? Müssen wir nicht sogar die Vergangenheit bemühen, Männer und Frauen zu finden, die als 'gesalbt’ bezeichnet werden können? Wo sind die Kinder Gottes, des Vaters im Himmel, die auf dem Weg ihrer gottgewollten Bestimmung laufen und die gleichen Werke wie Jesus tun und sogar noch größere? (Joh 14,12)

An Jesus zu glauben, wie die Schrift sagt, bedeutet, den Jesus kennen zu lernen, den auch das Alte Testament beschreibt.

„Jesus sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen.“ (Lk 24,44)

Jesus selbst verweist hier vor allem auf Mose, den Psalmisten David und die Propheten, insbesondere Jesaja, die ihn als kommenden Messias beschreiben, z.B.:

„Einen Propheten, gleich dir, will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erwecken; und ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und es wird geschehen, der Mann, der nicht hört auf meine Worte, die er in meinem Namen reden wird, von dem werde ich es fordern.“ (5.Mose 18,18-19)
„Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los.“ (Jes 53,4)
„Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ (Jes 53,4)
„Der Geist des HERRN ist über mir, darum dass mich der HERR gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass ihnen geöffnet werde (...).“ (Jes 61,1)


Jesu Schriftkenntnis steht doch wohl absolut außer Zweifel, stellte er dies doch vielfältig unter Beweis.
(Mt 4,10; Mt 13,14; Mt 13,35; Mt 21,4; Lk 2,46; Lk 4,21; Lk 22,37; Joh 13,18; Joh 15,25 etc.)

Müssen wir nicht ganz neu lernen, an den Jesus zu glauben, wie ihn das Alte Testament beschreibt, damit Ströme lebendigen Wassers spürbar aus unseren Leibern fließen ?

„Und beständig wird Gott, der HERR dich leiten, und er wird deine Seele sättigen in Zeiten der Dürre und deine Gebeine rüstig machen. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Gewässer nicht trügen.“ (Jes 58,11)
„So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch für seinen Arm hält und dessen Herz vom HERRN weicht! Er wird sein wie ein Strauch in der Wüste; er wird nichts Gutes kommen sehen, sondern muss in dürren Wüstenstrichen hausen, in einem salzigen Lande, wo niemand wohnt. Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Zuversicht der HERR geworden ist! Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln zu den Bächen ausstreckt. Er fürchtet die Hitze nicht, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.“ (Jer 17, 5 - 8)


Demnach sollten wir vorrangig unsere eigene Kraft auf den Altar legen und uns in Jesu Namen davon lösen. Allerdings kann nur Jesus Auskunft darüber geben, wo unsere Wurzeln sind und was diese ansaugen. Das wird vor allem an den Früchten in unserem Leben sichtbar, an denen wir doch nach der Schrift erkannt werden sollen.

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte.
Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch <kann> ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen[a].
Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matt 7, 16-20)


Sind wir nun fest in Jesus verwurzelt und haben wir alles Alte losgelassen, kann unser Körper neu zum Tempel des Heiligen Geistes werden.

„Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Kor 5,17)
„(...) wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.“ (Joh 4,14)
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1.Kor 3,16)


Der Heilige Geist wiederum wirkt in uns neue Früchte, die wachsen können, weil das Alte vergangen ist und Neues werden darf.

„Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue.“ (Gal 5,22)

An die Ströme lebendigen Wassers heranzukommen bedeutet neben dem Glauben an Jesus, wie die Schrift sagt, ihn zu bitten,

dass er alte Wurzeln aufdeckt (Vorfahrenverbindungen)
dass er das Alte restlos entfernt
dass er immer wieder Geist, Seele und Körper reinigt
dass er Neues in unser Leben hineinpflanzt
dass er uns in unsere gottgewollte Bestimmung hineinwachsen lässt
dass er uns fruchtbar werden lässt und Früchte sichtbar werden.

Sind dann unsere neuen Wurzeln in Jesus, saugen sie das lebendige Wasser an, und es werden Ströme lebendigen Wassers aus unseren Leibern fließen. Wie die Schrift sagt in Form von: Reinheit, Vergebung, Gehorsam, Demut, Liebe, Friede Freude, Barmherzigkeit, Sanftmut, Versöhnung, Licht, Heilung, Freisetzung, Erkenntnis, Weisheit, Segen, Sättigung, Vollmacht, Autorität, Leben in Fülle.

Diese Ströme lebendigen Wassers, die von unseren Leibern fließen, bleiben nicht verborgen, sie werden spürbar und von unseren Mitmenschen bemerkt. Das lebendige Wasser ist notwendig für den Dienst in unserer Berufung. Menschen werden für Jesus gewonnen, freigesetzt, finden Heilung an Geist, Seele und Körper und wachsen in ihre gottgewollte Bestimmung hinein. Dann verliert der Feind Land und Leute und Jesus kann bald wiederkommen.


Diesen Artikel finden Sie auch im Freundesbrief 2/2003

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